Yellow Submarine

Habt ihr euch nicht schon einmal selbst gefragt, woher euer Musikgeschmack kommt? Warum ihr hört, was ihr hört? Nein!? Wie langweilig! Musik ist für mich ein ständiges Thema, nicht nur beruflich bedingt. Natürlich versuche ich mich immer wieder zurückzuerinnern, wie ich es bis hierhin geschafft habe, sozusagen. Genauso wie man auf der Suche nach den frühestens Kindheitserinnerungen ist, verbinde ich diese Erlebnisse mit Musik, suche quasi parallel. Eine Art neue Serie – mittels Kategorie Musik-Erziehung zukünftig hervorgehoben – soll diese Erinnerungen bündeln. Hier ist gleich einmal Teil 1:

Kann sich noch jemand an die Blaumiesen erinnern? Ich muss fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als ich den Film „Yellow Submarine“ im TV entdecken durfte. In diesem Alter waren Comics und gezeichnete Filme eine Riesensache – Animationen waren zu Beginn der 90er noch eher mager unterwegs, „Toy Story“ sollte erst folgen. Dort tauchten diese vier komischen Typen mit schrägen Frisuren und wilden Bärten auf, fabulierten abgedrehtes Zeug in wirren, psychedelischen Kollagen, während sie fettärschige blau-schwarze Kreaturen (keine Anspielung auf die österreichische Politik um den Jahrtausendwechsel, wobei…) mit der Kraft der Musik bezwangen.

Ich liebte diesen Film! Auch wenn ich den Witz in den Aussagen, die Ironie der Bandgeschichte lange Zeit nicht verstanden habe, die Eindrücke waren gigantisch. Und vor allem die Musik. „Yellow Submarine“, „Eleanor Rigby“, „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“, „Lucy In The Sky With Diamonds“, „All You Need Is Love“… die Musik der Beatles hatte mich voll und ganz für sich eingenommen. Erst 1997 – parallel zur grausamen Aqua-Welle – konnte ich meine Hand erstmals an eine Beatles-Platte legen. Noch dazu die erste Stereo-Aufnahme. Für mich mit damals noch elf Jahren eine absolute Revolution – man hört auf den linken Ohr andere Tonspuren als auf dem rechten Ohr. Und das mit dem „Sgt. Pepper“-Album, von einer damaligen Nachbarin geliehen, die sich vorher noch ordentlich über Aqua ausgelassen hatte.

Mittlerweile habe ich die Beatles-Platten zumindest digital, lege auch immer wieder „Eleanor Rigby“ auf und natürlich „Yellow Submarine“, weil Nostalgie pur. Erfasst hat mich natürlich dadurch auch die Britpop-Welle sowie sämtliche wahnsinnigen Garage, Indie und Post Punk-Ausläufer im neuen Jahrtausend. Ob Oasis oder Bloc Party, ob Schweden oder Amerikaner – ich liebe diesen Sound. „Schuld“ ist vermutlich „Yellow Submarine“ – Der Film. Gesehen habe ich den Streifen seit ca. zehn Jahren nicht mehr. Es wäre an der Zeit.

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