Ich hasse die Welt der Schließfächer
Zum ersten Mal seit ca. drei Jahren war ich in der Stadtbibliothek Salzburg unterwegs. Für Anglistik habe ich mich ja längst auf Linguistik als Spezialisierungszweig versteift. Für Germanistik tanke ich mich aber tatsächlich durch die Leseliste und war dafür gestern unterwegs, um mich für das nächste Monat u.a. mit Nestroy, Schnitzler und Thomas Mann zu versorgen.
Wirkliches Hindernis auf meinem Weg zur literarischen Erfüllung waren eigentlich nur die uralten Schließfächer. Mensch, wie die Dinger klemmen! Eigentlich war die Taktik ganz gut durchdacht – 1-Euro-Münze rein, Tür zu, Schlüssel abziehen. Nun gut, doch nicht so einfach – mit ein wenig Werkzeug und Muskelkraft konnten die sympathische Bibiliothekarin und meine Wenigkeit die Münze doch noch befreien. Nach einem weiteren Fehlversuch habe ich schließlich ein passendes Schließfach gefunden, dass sich nach mehrminütigem Antesten als würdig erwiesen hat. Anstrengender als erwartet.
Zur Erholung ging es natürlich in Richtung Heavy Rotation. So darf ich ab sofort die neuen Platten von One-Way Mirror, Johnny Truant und A Storm Of Light sowie das Reissue eines Mahumodo-Klassikers (Vorgänger von *Shels) mein Eigen nennen. Ist doch immer wieder angenehm, sich in diesen riesigen Ohrensessel zu werfen, wechselseitig Musik durchzuhören (meine Promos, seine Neuerwerbe) und dann doch irgendwas zu kaufen, während man sich über die Metalszene lustig macht, die in sich selbst implodiert.
Apropos, der Störenfried ist wieder da, hat sich gestern Nacht aber total ruhig verhalten. Heute Mittag war die Polizei geraume Zeit bei ihm (Anzeige? Mietverzug?). Meinem Vater gegenüber raunte er vor ner Stunde sowas wie „Bist du jetzt zufrieden?“ zu. Was auch immer das für die heutige Nacht heißt… Ruhe wäre schön.
Morgen starten übrigens die Alpenetappen der Tour de Farce. Mal sehen, ob die italienische Exekutive zugreift. Dazu werde ich mich auch bei Gelegenheit äußern.