Das sind also meine Ferien… (Ich bin ein Deppenmagnet: Teil 1)

…und es hätte alles so schön werden können. Warum ich so lange nicht mehr geschrieben habe? Nun ja, erwähnter Mieter einen Stock tiefer hat sich keineswegs gebessert. Viel mehr gab es mittlerweile zahlreiche Polizeieinsätze und Anzeigen gegen ihn, Fotobeweise, Audiomitschnitte und schlaflose Nächte. Von Freitag bis Montag haben wir alle so gut wie gar nix geschlafen. Die Nacht auf heute war er offensichtlich nicht da – ich bin wieder halbwegs wach – und auch heute hat er sich bislang nicht blicken lassen. Ist das ein Hoffnungsschimmer?

De facto ist ein Hauptproblem unser „Umfeld“. Die Mieterin unter dem Querulanten hört angeblich nichts. Nun war ich kürzlich in ihrer Wohnung, um während des starken Sturmes auf ihren Hund aufzupassen. Man hört von oben wirklich jeden Huster. Viel mehr liegt ihr „Nichtshören“ daran, dass sie der Nervensäge schöne Augen macht. Selbiges gilt auch für unsere Nachbarin und ihre Schwester – traumhaft. Die anderen Mieter in diesem Haus sind schon länger nicht da, sie treiben ihren Bau voran (die Wohnung hier ist nur eine Übergangslösung). Und die Vermieterin? Lässt sich von Anzeigen, Audiobeweisen etc. nicht dazu bewegen, etwas zu tun. Auch wenn wir sie gestern durch Zufall vor unserem Haus gefunden haben und sie auf einige Dinge hinweisen konnten. Vielleicht funktioniert das.

Zwar stellt sich die unmittelbare Nachbarschaft taub, dafür hilft uns die restliche Straße. Alles sehr nette Leute, größtenteils im Großmütter- und -väter-Alter – mit den Leuten bin ich aufgewachsen (18 Jahre wohne ich schon in dieser Wohnung), sie haben meine Großeltern ersetzt, die entweder weit weg oder verstorben waren. Um sie wäre es auch schade, wenn wir wegziehen würden. Einige Objekte haben wir im Auge, aber das wird sich demnächst zeigen.

Ansonsten fühle ich mich wie ein Deppenmagnet. So gab es ein Schreiben über eine Mahnung durch ein Fake-Inkassobüro, einen ehemaligen Kollegen, der mich des Mobbings bezichtigte und meinen Bruder, den ich „entlassen“ habe. Zu den letzten beiden Instanzen gibt es auch noch gesonderte Beiträge.

Positives gab es nur bedingt. Wirklich gefreut habe ich mich eigentlich, als ich Onkel Robert treffen konnte, den Kurzzeit-Co-Contributor und jetzt schon wieder verlorenen Blogsohn. Zwar hatten wir viel zu wenig Zeit, aber ohne Unterhaltung mit ihm ist das Leben eine Farce. Er fehlt schon gewaltig, wenn er durch die Welt tourt. Dennoch haben wir dank Skype unheimlich viel Kontakt – im Endeffekt spreche ich wohl mit ihm öfter als mit meinen anderen ehemaligen Maturanten-Kollegen. Der kranke Humor ist immer noch da, nur haben sich die Themen gewandelt. Rechnungswesen-Schularbeiten sind passé, dafür geht es nun um eigene Geschäftsideen, komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen und Sigur Rós. Einzig unseren angepeilten Karaoke-Auftritt, auf den wir seit über fünf Jahren warten, haben wir immer noch nicht geschafft. Dabei sind wir keineswegs eingerostet, die Choreographie zu „Stop in the name of love“ klappt immer noch perfekt.

Nun ja, ich werde mal versuchen, mich ein wenig auf Reisen zu begeben. Auch wenn es zunächst nur die Bücherei ist. Hauptsache Schlaf…

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