Der Interview-Blog

Veröffentlicht in Allgemeines am März 18, 2009 von dawak

Auch wenn dieser Blog langsam aber sicher einschläft – sicherlich aber nicht komplett untergehen wird – präsentiere ich meinen Interview-Blog. Abonnieren!

Zitat des Tages #7

Veröffentlicht in Zitat des Tages am August 12, 2008 von dawak

Im Skype-Chat erklärt mir Nicole, dass sie unbedingt noch vor dem Gewitter joggen möchte. Dennoch plagt sie eine Sorge:

halt mir die daumen dass ich net wieder am anderen ende von salzburg gaaanz dringend pipi muss

Ring of fire

Veröffentlicht in Musik sein am August 4, 2008 von dawak

Calexico – Jeans-Werbung – Johnny Cash. Was wie eine Sammlung wirrer Querverweise klingt, steht in Wirklichkeit für einen Rückblick auf meine musikalische Erziehung. Der Schlüssel liegt in den Mariachis, die Calexico genauso verwenden wie Johnny Cash auf “Ring Of Fire”. Erstmals bewusst habe ich den Song mit zehn Jahren wahrgenommen auf einem Sampler für Jeans-Werbesong, seinerzeit angeführt von “Mr. Boombastic”. So ganz konnte ich das Phänomen Cash nicht fassen, doch die tiefe, mächtige Stimme hatte es mir angetan. Seine Präsenz war auch auf dem miesesten Walkman wahrnehmbar.

Freilich war Country zu diesem Zeitpunkt kein Fremdwort für mich. Mein Onkel spielte einige Jahre lang in einer Country-Band, deren CD einige Zeit bei mir lief. Traditioneller Country ist für mich mittlerweile nur schwer nachvollziehbar, dafür habe ich 2003 Cash wieder für mich entdeckt. Es war “Hurt”, dieses legendäre Nine Inch Nails-Cover, das sozusagen zum Requiem eines großen Künstlers wurde. Wirklich bewegend ist das dazugehörige Video, das Cash und June Carter an deren Lebensabend zeigt, zitternd und gezeichnet. Ich habe geweint, als ich diesen Clip zum ersten Mal gesehen habe. Nicht zum letzten Mal. Immer noch habe ich Gänsehaut, wenn ich Song höre oder Video sehe. Bewegend bis zum Exzess.

Aber auch darüber hinaus ist Johnny Cash faszinierend, nicht nur wegen seiner “American Recordings”-Serie. Klassiker wie “I Walk The Line”, “Man In Black” und natürlich “A Boy Named Sue” sind bei mir ständig präsent, laufen immer wieder, agieren als Farbklecks. Denn egal, wie heavy eine Band auch sein will, alleine die mächtige Stimme Cashs und seine trockene Gitarre drücken jeden Mastodon-Groove gegen die Wand.

R.I.P.

Das ruhigste Wochenende seit zwei Monaten

Veröffentlicht in Aus dem Leben am August 4, 2008 von dawak

Wie bereits in meinem vorletzten Posting erwähnt, konnten wir die Wahnsinnigen austricksen. Nach dem gestrigen Tag sage ich gerne, dass dieses vergangene Wochenende so ruhig wie schon lange nicht mehr war – in der Tat war es vor zwei Monaten das letzte Mal derart erholsam. Haben wir ihnen den Spaß verdorben, weil wir die Polizei außen vor gelassen haben? Hat das kühle, feuchte Wetter ihnen die Stirn geboten? Wie dem auch sei, ich war schon lange nicht mehr so erholt, auch wenn es jetzt an die Facharbeit geht. Dennoch – es tut gut, wieder oben auf zu sein. Auch wenn ich zum dritten Mal hintereinander keinen erholsamen Sommer hatte.

Yellow Submarine

Veröffentlicht in Aus dem Leben, Musik sein am August 3, 2008 von dawak

Habt ihr euch nicht schon einmal selbst gefragt, woher euer Musikgeschmack kommt? Warum ihr hört, was ihr hört? Nein!? Wie langweilig! Musik ist für mich ein ständiges Thema, nicht nur beruflich bedingt. Natürlich versuche ich mich immer wieder zurückzuerinnern, wie ich es bis hierhin geschafft habe, sozusagen. Genauso wie man auf der Suche nach den frühestens Kindheitserinnerungen ist, verbinde ich diese Erlebnisse mit Musik, suche quasi parallel. Eine Art neue Serie – mittels Kategorie Musik-Erziehung zukünftig hervorgehoben – soll diese Erinnerungen bündeln. Hier ist gleich einmal Teil 1:

Kann sich noch jemand an die Blaumiesen erinnern? Ich muss fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als ich den Film “Yellow Submarine” im TV entdecken durfte. In diesem Alter waren Comics und gezeichnete Filme eine Riesensache – Animationen waren zu Beginn der 90er noch eher mager unterwegs, “Toy Story” sollte erst folgen. Dort tauchten diese vier komischen Typen mit schrägen Frisuren und wilden Bärten auf, fabulierten abgedrehtes Zeug in wirren, psychedelischen Kollagen, während sie fettärschige blau-schwarze Kreaturen (keine Anspielung auf die österreichische Politik um den Jahrtausendwechsel, wobei…) mit der Kraft der Musik bezwangen.

Ich liebte diesen Film! Auch wenn ich den Witz in den Aussagen, die Ironie der Bandgeschichte lange Zeit nicht verstanden habe, die Eindrücke waren gigantisch. Und vor allem die Musik. “Yellow Submarine”, “Eleanor Rigby”, “Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band”, “Lucy In The Sky With Diamonds”, “All You Need Is Love”… die Musik der Beatles hatte mich voll und ganz für sich eingenommen. Erst 1997 – parallel zur grausamen Aqua-Welle – konnte ich meine Hand erstmals an eine Beatles-Platte legen. Noch dazu die erste Stereo-Aufnahme. Für mich mit damals noch elf Jahren eine absolute Revolution – man hört auf den linken Ohr andere Tonspuren als auf dem rechten Ohr. Und das mit dem “Sgt. Pepper”-Album, von einer damaligen Nachbarin geliehen, die sich vorher noch ordentlich über Aqua ausgelassen hatte.

Mittlerweile habe ich die Beatles-Platten zumindest digital, lege auch immer wieder “Eleanor Rigby” auf und natürlich “Yellow Submarine”, weil Nostalgie pur. Erfasst hat mich natürlich dadurch auch die Britpop-Welle sowie sämtliche wahnsinnigen Garage, Indie und Post Punk-Ausläufer im neuen Jahrtausend. Ob Oasis oder Bloc Party, ob Schweden oder Amerikaner – ich liebe diesen Sound. “Schuld” ist vermutlich “Yellow Submarine” – Der Film. Gesehen habe ich den Streifen seit ca. zehn Jahren nicht mehr. Es wäre an der Zeit.

Gesegnete Mobilität

Veröffentlicht in Aus dem Leben am August 3, 2008 von dawak

Ich habe an anderer Stelle bereits anklingen lssen, dass ich mir einen neuen Computer zulegen möchte. Geworden ist es ein stylishes HP-Notebook (andere Firmen bauen auch feine Laptops) der Artist-Serie. Hohe Leistung, asiastisches Design und – shocking! – Windows Vista. Mit letzterem muss ich mich erst anfreunden, denn gerade nach der Installation von Service Pack 1 und diversen Updates wollte Firefox nicht mehr funktionieren. Als Notstop wurden eben einige Updates rückgängige gemacht. Mit einer VIelzahl an Schutzprogrammen fange ich sowieso sämtliche Bugs ab und kann wieder arbeiten. Ein gutes Gefühl.

Ungewohnt ist auch die Mobilität, ich bin nicht mehr an meinen Schreibtisch gebunden. Momentan sitze ich am Wohnzimmertisch, erfreue mich am neuen Video von The Verve in der Glotze und fühle mich auf der Couch rundum wohl. Nicht nur ich muss mich erst daran gewöhnen. Gerade marschiert meine Katze ins Wohnzimmer und zeigt sich faszinierend von dieser neuen Gerätschaft, die hier steht, wie auch vom Stromkabel. Hätte ich bloß den Akku aufgeladen…

Nur kurz gehe ich auf aktuelle Vorkommnisse rund um den bereits bekannten Haustyrann ein. Mittlerweile hat er sich mit einer Mieterin aus dem Haus (ja, genau der, auf deren Hund ich aufgepasst habe) und den Nachbarn (ja, genau die, auf deren Kind ich aufgepasst habe) zusammengetan. Ein wirkliches Motiv konnte ich noch nicht ausmachen, aber zugegebenermaßen sind es grausame Charakterzüge, wenn man auf jemandes Kind oder Tier aufpasst, schnell in die Wohnung rennt und Fenster schließt oder anderweitig unterstützt. Dennoch, wir haben genug in der Hand und nach den Entwicklungen des letzten Wochenendes – mein Vater war auf Geschäftsreise und von Samstag Nacht bis Montag Früh war durchgehend Party – bin ich jetzt wieder oben auf. Gestern haben wir die Bagage einfach ausgesessen. Des Tyranns Freunde haben noch vor Mitternacht das Grundstück verlassen, weil es zu langweilig war – wie gemein, wir hatten keine Polizei gerufen! – und kurze Zeit später verließen auch die Anwohner die Bühne, weil es zu kühl, zu feucht und zu langweilig wurde.

Dennoch, nun werden alle untergehen, der Reihe nach. Ich bin kein rachsüchtiger Mensch, ganz im Gegenteil – im Normalfall agiere ich sehr abwartend, bevor ich handle. Allerdings wird nun Gas gegeben. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Keine Drohung. Nur ein Versprechen… :)

Ich hasse die Welt der Schließfächer

Veröffentlicht in Aus dem Leben am Juli 19, 2008 von dawak

Zum ersten Mal seit ca. drei Jahren war ich in der Stadtbibliothek Salzburg unterwegs. Für Anglistik habe ich mich ja längst auf Linguistik als Spezialisierungszweig versteift. Für Germanistik tanke ich mich aber tatsächlich durch die Leseliste und war dafür gestern unterwegs, um mich für das nächste Monat u.a. mit Nestroy, Schnitzler und Thomas Mann zu versorgen.

Wirkliches Hindernis auf meinem Weg zur literarischen Erfüllung waren eigentlich nur die uralten Schließfächer. Mensch, wie die Dinger klemmen! Eigentlich war die Taktik ganz gut durchdacht – 1-Euro-Münze rein, Tür zu, Schlüssel abziehen. Nun gut, doch nicht so einfach – mit ein wenig Werkzeug und Muskelkraft konnten die sympathische Bibiliothekarin und meine Wenigkeit die Münze doch noch befreien. Nach einem weiteren Fehlversuch habe ich schließlich ein passendes Schließfach gefunden, dass sich nach mehrminütigem Antesten als würdig erwiesen hat. Anstrengender als erwartet.

Zur Erholung ging es natürlich in Richtung Heavy Rotation. So darf ich ab sofort die neuen Platten von One-Way Mirror, Johnny Truant und A Storm Of Light sowie das Reissue eines Mahumodo-Klassikers (Vorgänger von *Shels) mein Eigen nennen. Ist doch immer wieder angenehm, sich in diesen riesigen Ohrensessel zu werfen, wechselseitig Musik durchzuhören (meine Promos, seine Neuerwerbe) und dann doch irgendwas zu kaufen, während man sich über die Metalszene lustig macht, die in sich selbst implodiert.

Apropos, der Störenfried ist wieder da, hat sich gestern Nacht aber total ruhig verhalten. Heute Mittag war die Polizei geraume Zeit bei ihm (Anzeige? Mietverzug?). Meinem Vater gegenüber raunte er vor ner Stunde sowas wie “Bist du jetzt zufrieden?” zu. Was auch immer das für die heutige Nacht heißt… Ruhe wäre schön.

Morgen starten übrigens die Alpenetappen der Tour de Farce. Mal sehen, ob die italienische Exekutive zugreift. Dazu werde ich mich auch bei Gelegenheit äußern.

Water is thicker than blood (Ich bin ein Deppenmagnet: Teil 3)

Veröffentlicht in (Ode) an die Arbeit, Aus dem Leben am Juli 16, 2008 von dawak

Tja, ich bin meinen Bruder als Kollegen los. Wer uns kennt, weiß ob unserer dauernden Streitigkeiten. Ein großer Faktor war und ist seine Anstellung als Spiele-Redakteur bei einer meiner Projekte. Letzten Herbst habe ich ihn angetestet in der Hoffnung, neue Userschichten zu ergründen. Funktioniert hat das nur, weil er nie angestellt wurde. Er arbeitete seine Artikel aus und durfte dafür sämtliche (durchaus teure) Games behalten. Der Deal war besiegelt.

Leider hat sich das Bild des bemühten Redakteurs sehr schnell gewandelt. Nicht nur, dass es auf einmal Bezahlung sein sollte, auch Qualität und Abgabemoral änderte sich rasant. Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurden immer schlimmer – teils hat es mich eine halbe Stunde gekostet, um eine Seite Text lesbar zu machen. Dazu wurden Fristen nicht eingehalten, wobei er mich beschuldigt hat, ich würde ihn unter Druck setzen, wenn ich ihm mehr Zeit gebe. Klingt komisch ist aber so.

Jedenfalls haben sich derartige Vorfälle über ein halbes Jahr angehäuft. Im Nachhinein betrachtet kann ich mir selbst nur den Vorwurf machen, nicht schnell genug gehandelt zu haben. Vor ca. einer Woche ist mir schließlich der Kragen geplatzt. Er hatte die Frist nicht eingehalten und anstatt sich gleich daran zu setzen, ging es an die Glotze und danach an die Gitarre. Daraufhin mein energischer Hinweis – entweder sofort schreiben oder Job los. Kurz darauf wurde ich vor die Wahl gestellt – entweder entschuldige ich mich oder er beschwert sich über mich. An Dreistigkeit ist das kaum zu überbieten.

Dachte ich zumindest. Natürlich habe ich nicht nachgegeben. Ich habe kurz mit meinem Mit-Redakteur und meinem direkten Vorgesetzten Conferénce gehalten – man war auf meiner Seite. Außerdem sollte der Bereich so und so längst schon eingestellt werden, weil das Feedback zu schlecht ist. Wenig später schreibt mich der Mit-Redakteur an und schickt mir ein Mail weiter. Es war das ‘offizielle’ Beschwerdemail meines Bruders, voll von Rechtschreibfehlern und falschen Anschuldigungen. Neben gekünstelter Phrasierung in Hochdeutsch kamen angebliche Zitate meinerseits in Mundart – alle abgerundet mit Schimpftiraden, die so von mir nicht gefallen sind.

Ich habe mich zurückgehalten und meine Kollegen ihre Arbeit machen lassen. So wurde ihm mitgeteilt, er solle seine Machtspiele anderswo austragen und die Section würde geschlossen werden. Damit war er aber nicht zufrieden. Mittlerweile versucht er sich in die Firma zurückzulegen. Trauriger Höhepunkt von heute: seine Behauptung, er habe die Konsole extra für seinen Redakteursposten angeschafft. De facto hat er selbige aber bereits zwei Monate zuvor gekauft und sich bei meinen Eltern verschuldet. Übrigens unter heftigem Protest seiner Freundin. Natürlich weiß mein Kollege mittlerweile davon, mein Bruder hat also Arschleiden.

Feines Detail am Rande: Meine Firma setzt gerade einen neuen Mailserver auf, weswegen mehrere Stunden der Postausgang wegen des zu aggressiv definierten Spamfilters blockiert war. Anders gesagt, ich konnte keine Mails verschickten. Und nicht nur ich. Auch mein Bruder hat eine entsprechende Fehlermeldung bekommen, als er meinem Kollegen eine neue Lügentirade auftischen wollte. Das Resultat? Angeblich soll mein Kollege ihn in den Spamfilter gepackt haben, damit er sich die Kommentare spart. Tatsächlich war es aber jener Fehler des Mailservers. Priceless, idiotisch. So traurig das auch ist, aber von meinem Bruder halte ich nachwievor rein gar nichts, vielleicht sogar noch weniger. Most likely you go your way and I go mine – so hat es schon Bob Dylan gesagt.

Mobbing schwer gemacht (Ich bin ein Deppenmagnet: Teil 2)

Veröffentlicht in (Ode) an die Arbeit, Aus dem Leben am Juli 16, 2008 von dawak

Kollegen sind schon ein seltsames Völkchen. Durch meine langjährige Tätigkeit im Einzelhandel – wenn auch mittlerweile nur mehr als Aushilfe – konnte ich seltsame Mitarbeiter kennen lernen. Auch meine Anstellung bei einem Großhändler für Sport- und Fitnessartikel hat mich oft den Kopf schütteln lassen wie auch Kollegen bei meinen aktuellen Betrieben.

Einer hat mich aber abbrechen lassen, ein eigentlich fix angedachter Redakteur meiner Metalplattform. Von Anfang an war er dabei, sollte einen bestimmten Bereich hochziehen und vorantreiben. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass der gute Mann nur große Reden schwingen wollte, in Wirklichkeit aber keine Arbeit vollbrachte. Gut, in den letzten zwei Monaten habe ich 120 Artikel abgeliefert, er 2,5. So weit, so gut.

Mittlerweile soll ich ihn aber gemobbt haben. Und das begab sich so: Kollege schreibt mich im Skype an und brüstet sich, dass er die letzten drei Tage durchgeschlafen habe und total hyper sei. Schön für ihn, ich sollte ihm eigentlich eine Genre spezifische Promo-Plattform erklären. Schnell hat sich herausgestellt, dass die Übermüdung / Hyperaktivität – eine perverse Mischung – seine Leistung drückte. Also habe ich mich nach dem x-ten Erklärungsversuch aus der Affäre gezogen und ihm gesagt, wir beenden die Session jetzt. Ein Monat später weise ich ihn etwas schärfer – er hatte nada abgeliefert in besagtem Zeitraum – daraufhin, dass auf jener Plattform neues Material zu finden sei.

Nun geht es los, er findet die Daten nicht. Während ich ihm noch erkläre, beschwert er sich, ich seie so böse zu ihm. Etwas sarkastisch erwidere ich, dass wir zusammenarbeiten, nicht im Knuddelmich-Verein sind. Es wird spannend, ich habe ich bei jener Erklärung letzthin offensichtlich ignoriert, ihm nicht geholfen. Und außerdem mochte ich ihn von Anfang an nicht, wollte nichts mit ihm zu tun haben und habe alles daran gesetzt, ihn loszuwerden.

Nachdem ich mich kurz ob der Ernsthaftigkeit seiner Aussage versichert hatte, ging es auf die Bannliste. Dieser Vorfall liegt zwei Wochen zurück. Mittlerweile wurde er aus dem Projekt entfernt und hat sich auch nie wieder gezeigt. Wie gut, dass ich Protokolle meiner IM-Unterhaltungen aufbewahre und somit meinem Chef locker den Wahnsinn beweisen konnte. Ist ja klar, ich bemühe mich von Anfang an um ihn – die ersten beiden Monate hatten wir alle paar Tage per IM gescherzt – und dann wollte ich ihn von Anfang an absägen. Geil…

Das sind also meine Ferien… (Ich bin ein Deppenmagnet: Teil 1)

Veröffentlicht in Aus dem Leben am Juli 16, 2008 von dawak

…und es hätte alles so schön werden können. Warum ich so lange nicht mehr geschrieben habe? Nun ja, erwähnter Mieter einen Stock tiefer hat sich keineswegs gebessert. Viel mehr gab es mittlerweile zahlreiche Polizeieinsätze und Anzeigen gegen ihn, Fotobeweise, Audiomitschnitte und schlaflose Nächte. Von Freitag bis Montag haben wir alle so gut wie gar nix geschlafen. Die Nacht auf heute war er offensichtlich nicht da – ich bin wieder halbwegs wach – und auch heute hat er sich bislang nicht blicken lassen. Ist das ein Hoffnungsschimmer?

De facto ist ein Hauptproblem unser “Umfeld”. Die Mieterin unter dem Querulanten hört angeblich nichts. Nun war ich kürzlich in ihrer Wohnung, um während des starken Sturmes auf ihren Hund aufzupassen. Man hört von oben wirklich jeden Huster. Viel mehr liegt ihr “Nichtshören” daran, dass sie der Nervensäge schöne Augen macht. Selbiges gilt auch für unsere Nachbarin und ihre Schwester – traumhaft. Die anderen Mieter in diesem Haus sind schon länger nicht da, sie treiben ihren Bau voran (die Wohnung hier ist nur eine Übergangslösung). Und die Vermieterin? Lässt sich von Anzeigen, Audiobeweisen etc. nicht dazu bewegen, etwas zu tun. Auch wenn wir sie gestern durch Zufall vor unserem Haus gefunden haben und sie auf einige Dinge hinweisen konnten. Vielleicht funktioniert das.

Zwar stellt sich die unmittelbare Nachbarschaft taub, dafür hilft uns die restliche Straße. Alles sehr nette Leute, größtenteils im Großmütter- und -väter-Alter – mit den Leuten bin ich aufgewachsen (18 Jahre wohne ich schon in dieser Wohnung), sie haben meine Großeltern ersetzt, die entweder weit weg oder verstorben waren. Um sie wäre es auch schade, wenn wir wegziehen würden. Einige Objekte haben wir im Auge, aber das wird sich demnächst zeigen.

Ansonsten fühle ich mich wie ein Deppenmagnet. So gab es ein Schreiben über eine Mahnung durch ein Fake-Inkassobüro, einen ehemaligen Kollegen, der mich des Mobbings bezichtigte und meinen Bruder, den ich “entlassen” habe. Zu den letzten beiden Instanzen gibt es auch noch gesonderte Beiträge.

Positives gab es nur bedingt. Wirklich gefreut habe ich mich eigentlich, als ich Onkel Robert treffen konnte, den Kurzzeit-Co-Contributor und jetzt schon wieder verlorenen Blogsohn. Zwar hatten wir viel zu wenig Zeit, aber ohne Unterhaltung mit ihm ist das Leben eine Farce. Er fehlt schon gewaltig, wenn er durch die Welt tourt. Dennoch haben wir dank Skype unheimlich viel Kontakt – im Endeffekt spreche ich wohl mit ihm öfter als mit meinen anderen ehemaligen Maturanten-Kollegen. Der kranke Humor ist immer noch da, nur haben sich die Themen gewandelt. Rechnungswesen-Schularbeiten sind passé, dafür geht es nun um eigene Geschäftsideen, komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen und Sigur Rós. Einzig unseren angepeilten Karaoke-Auftritt, auf den wir seit über fünf Jahren warten, haben wir immer noch nicht geschafft. Dabei sind wir keineswegs eingerostet, die Choreographie zu “Stop in the name of love” klappt immer noch perfekt.

Nun ja, ich werde mal versuchen, mich ein wenig auf Reisen zu begeben. Auch wenn es zunächst nur die Bücherei ist. Hauptsache Schlaf…